Martin Eller   
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Zitate

Aphorismen, gesammelt im Lauf von Jahrzehnten und immer wieder gekürzt auf die zutreffendsten Aussagen außergewöhnlicher Künstler und Philosophen.


Die richtige Methode in der Philosophie wäre eigentlich die: nichts zu sagen, als was sich sagen läßt, also Sätze der Naturwissenschaft - also etwas, was mit Philosophie nichts zu tun hat -, und dann immer, wenn ein anderer etwas metaphysisches sagen wollte, ihm nachzuweisen, daß er gewissen Zeichen in seinen Sätzen keine Bedeutung gegeben hat. Diese Methode wäre für den anderen unbefriedigend - er hätte nicht das Gefühl, daß wir ihn Philosophie lehrten - aber sie wäre die einzig streng richtige.
Ludwig Wittgenstein (1889 - 1951)


Ein Unseliger,
der nur kreist um sich selbst,
im Leben wird er dem Ruhme nachsehen
und doppelt sterbend untergehen,
im gemeinen Staub aus dem er entsprungen,
unbeweint, ungeehrt und unbesungen.

Sir Walter Scott (1771 - 1832)


Der Mensch, der stolze Mensch,
gekleidet in ein wenig kurze Amtsgewalt,
vergißt, was ihm am nächsten ist:
seine Spiegelseele; und wie ein wütender Affe
spielt er solch irre Faxen vor dem hohen Himmel,
daß die Engel weinen, die mit unsrer Milz
sich alle sterblich lachen würden.
William Shakespeare (1564 - 1616), Measure for Measure (2/7)


Ich nenne mich Künstler weil es an einem besseren Begriff mangelt. Es gibt nichts Selbstverständliches in meiner kreativen Arbeit außer dem Zwang, es zu tun. Nicht durch meine Absicht wurde ich etwas Besonderes, ein Fünf-Beiniges Kalb, ein Monster. Ich habe noch nie für diese Position gekämpft, noch tue ich es jetzt, um sie zu behalten. Doch kann ich wohl mal die Winde von Größenwahn gefühlt haben. Aber ich glaube dagegen immun zu sein. Ich brauche nur für eine Sekunde mich an die völlige Unwichtigkeit der Kunst in der menschlichen Welt zu erinnern, um mich wieder abzukühlen.
Ingmar Bergman (1918 - 2007), Vargtimmen


Quand la couleur a sa richesse, la forme a sa plénitude.
(Wenn die Farbe sich in ihrem Reichtum entfaltet, entfaltet die Form ihre Fülle.)
Paul Cézanne (1839-1906)


Ein Bild muss wirken wie eine geniale Improvisation.
Arnold Böcklin (1827-1901)


Es ist fraglich, ob die Natur überhaupt ‚aussieht‘. Es ist fraglich, ob die Welt einen festen Aspekt bietet. Es könnte sein, daß die Augen ein Netzwerk ins Dunkel auswerfen, welches eine dem Menschen faßbare Welt durch den Menschen selbst entstehen läßt …

Willi Baumeister (1889 – 1955)


Kunst ist eine Harmonie parallel zur Natur.
Paul Cézanne  (1839-1906)


Das ‚Werk‘! – es ist Trug! Es hat den Ehrgeiz, glauben zu machen, dass es nicht gemacht sondern entstanden und entsprungen sei … nie ist ein Werk so hervorgetreten, es ist ja Arbeit. Kunst-Arbeit zum Zwecke des Scheins! Das ‚Werk‘! Es ist etwas, wovon der Bürger möchte, es gäbe das noch.
Thomas Mann (1875 – 1955), Doktor Faustus


Keiner gelaub ihm selbs zu viel. Dann Viel merken mehr dann Einer. Wiewol das auch müglich ist, dass etwan Einer mehr versteht denn Ander hundert, so geschicht es doch selten. Der Nütz ist ein großer Teil der Schonheit. Dorum was unnütz ist am Menschen, das ist nit schön. Hüt dich vor Überfluss. Die Vergleichung Eins gegen dem Anderen, das ist schön. … Es ist auch im Ungleichen ein große Vergleichung … Item der Mangel an eim idlichen Ding ist ein Gebrech. Dorum zu viel und zu wenig verderben alle Ding.
Albrecht Dürer (1471 – 1528)


Bemalte Leinwände sind Löcher ins Ideale, durchgebrochen durch die stumme Realität der Mauer, kleine Ausluge ins Unwahrscheinliche, in das wir hineinschauen durch das hilfreiche Fenster des Rahmens.
José Ortega y Gasset (1883 – 1955)


Im Werk der Kunst hat sich die Wahrheit des Seienden ins Werk gesetzt.
Martin Heidegger (1889-1976)


Es ist keine gute Praxis möglich ohne gute Theorie.
Leonardo da Vinci (1452 – 1519)


Der den Meisterkopisten unter den Künstlern gemachte Vorwurf, sie ahmten nur ein Bild nach, ist haltlos: Es erfordert viel mehr malerisches und handwerkliches Können, ein Meisterwerk zu kopieren, als neue Gemälde zu schaffen.
Kurt Wehlte (1897 – 1973)


Mir dagegen ist die Klarheit, die Durchsichtigkeit, Selbstzweck.
Ludwig Wittgenstein (1889 – 1951)


Malerei ist Kanon der Sicht.
Willi Baumeister (1889 – 1955)


Kunst ist Entbergung des Seins des Seienden. … Van Goghs Gemälde ist die Eröffnung dessen, was das Zeug, das Paar Bauernschuhe, in Wahrheit ist … Im Werk ist, wenn hier eine Eröffnung des Seienden geschieht in das, was und wie es ist, ein Geschehen der Wahrheit im Werk.
Martin Heidegger (1889-1976)

Kunst, die: Bezeichnung für die Gesamtheit des von Menschen Hervorgebrachten, das nicht durch eine Funktion eindeutig festgelegt oder darin erschöpft ist, zu dessen Voraussetzungen hohes und spezifisches Können gehört und das sich durch seine gesellschaftliche Geltung als Ausdruck von Besonderheit auszeichnet.
Meyers Universallexikon


Item es geziemt einem Moler, so ein Bild in seinen Gewalt gesetzt würd zu machen, dass er dasselb auf das Schonest mach, so er kann. Was aber die Schonheit sei, das weiß ich nit. Idoch will ich hie die Schonheit also für mich nehmen: Was zu den menschlichen Zeiten van dem meinsten Teil schön geachtt würd, des soll wir uns fleißen zu machen.
Albrecht Dürer (1471 – 1528)