1. Einfache Aufhängung

Für das einfache Aufhängen eines (ungerahmten) Gemäldes auf handelsüblichen Keilrahmen (sog. Standardkeilrahmen, Querschnitt ca. 19 x 45 mm) sind Hängebleche für Keilrahmen gut geeignet. Durch diese einfachen, preiswerten Stanzteile aus verzinktem Stahlblech erübrigt sich die Anbringung einer Aufhängevorrichtung am Keilrahmen. Diese Teile sind im Fachhandel und von uns (zum Selbstkostenpreis) zu beziehen. Es werden einfach zwei Bleche ca. 15 cm von der Außenecke an das Keilrahmenprofil gesteckt. Zwei kleine Stahlnägel mit kleinem Kopf genügen. Diese müssen allerdings Waagrecht in der Wand eingeschlagen werden, am besten leicht schräg von oben. Eine Wasserwaage und ein Bleistift helfen, die Waagrechte Position an der Wand zu markieren. Der Abstand zwischen den beiden Stahlnägeln muss nicht so genau eingehalten werden, selbst eine Toleranz von mehreren Zentimetern macht nichts aus, da ja die Keilrahmenbleche entsprechend versetzt werden können.

Falls Sie die Teile nicht in Ihrem Fachgeschäft erhalten, können Sie die Hängebleche für Standardkeilrahmen satzweise von uns zum Selbstkostenpreis beziehen. Ein Satz Hängebleche besteht aus 2 St. Hängebleche und 2 St. Stahlnägel. Für ein Bild auf Keilrahmen wird ein Satz benötigt. Die Hängebleche sind nur für Standardkeilrahmen mit einem Profilquerschnitt von 18 x 45 mm und für Bilder bis ca. 12 Kg Gewicht geeignet:

2. Die klassische Methode

Früher wurden Gemälde auf Keilrahmen (mit und ohne Zierrahmen) in der Regel mit einer Bilderschnur an Haken aufgehängt. Dies führt - je nach Montageweise mehr oder weniger - zu einer Neigung der Bildfläche nach vorne (die obere Keilrahmenleiste steht von der Wand ab). Dies hat Vorteile für Gemälde, die eine stark glänzende (gefirnisste) Oberfläche haben: störende Lichtreflexe können damit vermieden werden, weniger Staub setzt sich an der Bildfläche an. Das Bild ist zudem gut hinterlüftet, was zur Hängung an Aussenwänden z. B. in Altbauten von Vorteil ist, da sich weniger Feuchtigkeit hinter der Leinwand bildet. Ein weiterer Vorteil besteht darin, daß nur ein mittig gesetzter Einschlaghaken in der Wand erforderlich ist und die waagrechte Ausrichtung des Bildes sehr leicht durch seitliches Verschieben bewerkstelligt werden kann. Für eine traditionelle Einrichtung ist diese Aufhängeart immer noch gebräuchlich; sie wird von vielen Einrahmungswerkstätten standardmäßig angewendet. Sie hat zudem von Vorteil, daß sie sehr leicht und ohne großen Materialaufwand anzuwenden ist. Alle Teile sind beim Einrahmer wie auch im Baumarkt erhältlich.

Zur Aufhängung werden zwei passende Ringschrauben benötigt, die an den Seitenleisten des Keilrahmens innen eingeschraubt werden. Der Abstand von oben sollte ungefähr ein Drittel der Höhe der Seitenleiste betragen, auf gleiche Abstände rechts und links ist zu achten. Größerer Abstand von oben führt zu größerer Neigung der Bildfläche. Zur Montage empfiehlt es sich, die Einschraublöcher vorzubohren oder mit einem Vorstecher zu vertiefen (ein spitz geschliffener Rundstahl mit Schaft, aus dem Baumarkt). Mit dem Vorstecher oder einer Haushaltskombizange werden die Ringschrauben so tief eingeschraubt, daß ihr Gewinde nicht mehr zu sehen ist. Daran wird ein passend abgelängter Bilderdraht oder eine reißfeste, starke Schnur geknüpft (Fotos beachten). Die Länge wird so gewählt, daß der Aufhängepunkt möglichst weit oben, aber innerhalb der oberen Keilrahmeninnenkante verläuft. Ist in der Bildmitte ein senkrechtes Keilrahmenzwischenstück eingebaut, können zwei etwas aus der Mitte versetzte Einschlaghaken in der Wand verwendet werden, falls man die Neigung geringer wünscht (bei einem Einschlaghaken steht dessen Kopf sonst gegen das Keilrahmenzwischenstück). Statt der Einschlaghaken aus Stahl ist alternativ ein gedübelter Einschraubhaken sinnvoll.

Falls Sie die Teile nicht in Ihrem Fachgeschäft oder Baumarkt erhalten, können Sie die Aufhängeteile satzweise von uns zum Selbstkostenpreis beziehen. Ein Satz Keilrahmenaufhängung besteht aus 2 Ösenschrauben, 2 Stahl-Einschlaghaken und 4 m Bilderschnur. Für ein Bild auf Keilrahmen wird ein Satz benötigt. Die Keilrahmenaufhängung ist für Bilder bis 1,5 m Breite und ca. 15 Kg Gewicht geeignet. Für größere und schwerere Bilder gibt es Sonderlösungen (auf Anfrage):

3. Empfohlen: Die Vierpunktaufhängung

Vierpunktaufhängung: T-Schrauben, Schlossplatten, Dübel, Montageschlüssel

Verzug von großformatigen Gemälden auf Leinwand (über 1 m² Bildfläche) ist auf Dauer unvermeidbar. Sowohl das trockene, abgelagerte Leimholzprofil der Keilrahmen als auch die modernen, hochelastischen Maltuche (Kettfaden aus Polymeren, Schussfaden aus Baumwoll/Polyester in Leinenindung) haben unvermeidbar stark hygroskopische Eigenschaften, die auf Dauer Verzugswirkungen hervorrufen. Die klassische Flachsleinwand (Kett- und Schussaden aus Flachsfasern) ist keine bessere Lösung: Schon bei kleinsten Luftfeuchtigkeitsschwankungen ist sie entweder straff wie ein Trommelfell und damit eine starke Belastung für den Keilrahmen, oder (bei trockenem Wetter und geheizten Räumen) merklich bis sichtbar schlaff. Dabei treten enorme Zugkräfte auf, die durch keine noch so stabile Keilrahmen- oder Einrahmungskonstruktion gehalten werden können. In Räumen mit schwankenden Temperaturen und Feuchtigkeitsgehalten in der Luft – also den ganz normalen Schwankungen durch das Lüften und den Heizungsbetrieb im Winter – treten zwangsläufig unterschiedliche Spannungen in den Leinwänden der Gemälde auf. Einrahmer und Privateigentümer von Leinwandgemälden schlagen dann manchmal zu früh und zu stark die Keile nach, was bei der nächsten Feuchtperiode unweigerlich zum Verzug des Keilrahmens führt. Meistens steht dann eine der vier Ecken deutlich von der Wand ab.

Es muss also eine Aufhängemethode gewählt werden, die jegliche Verzugskräfte sicher aufnimmt und in die Wand ableitet: die Vierpunktaufhängung. Aus der Idee der Diebstahlsicherung für wertvolle, gerahmte Bilder entstand die Aufhängung mittels vier T-Schrauben und Schlossplatten. Diese Teile sind im gut sortierten Einrahmungsfachgeschäft und im Fachhandel (oder auch als Dienstleistung zum Selbstkostenpreis von uns) zu beziehen. Ein mitgelieferter flacher Schlüssel erlaubt das Verdrehen der T-Schraube, nachdem die am Rahmen angeschraubten Schlossplatten exakt auf die in vier Dübeln auf der Wand voreingestellten T-Schrauben gesteckt wurden.

Der Aufwand, ein großes Gemälde (ab 1 x 1,3 Meter Keilrahmengröße empfohlen) mit vier Dübeln zu befestigen, ist durch das Ergebnis in jedem Falle gerechtfertigt: das Gemälde hängt dauerhaft und verzugsfrei und mit kleinem Hinterlüftungsspalt fest an der Wand. Ein Nachspannen der Leinwand ist für viele Jahre nicht erforderlich. Mit dieser Methode können Bilder auf Keilrahmen in jeder Größe an die Wand montiert werden. Bei Keilrahmen über 1,5 m Länge können ggf. 6 oder 8 Aufhängepunkte notwendig werden. Auch die Aufhängung über Kopf, an Deckenflächen oder Dachschrägen, ist auf diese Weise möglich (wenn entsprechende Dübel gesetzt werden können, z. B. in Betondecken; bei Hohlkammer-Wandkonstruktionen, Holzverkleidungen u. a. sind besondere Hinweise zu beachten).

Für ein Bild werden mindest vier Sätze benötigt. Ein Satz Vierpunktaufhängung besteht aus einer Schlossplatte, einer T-Schraube, einem Dübel und zwei Befestigungsschrauben für die Schlossplatte; ein Spezialschlüssel für die T-Schrauben ist im Lieferumfang enthalten. Für ein Bild auf Keilrahmen werden 4 Sätze benötigt. Die Keilrahmenaufhängung ist für Bilder bis 1,6 m Breite und ca. 20 Kg Gewicht geeignet. Für größere und schwerere Bilder gibt es Sonderlösungen (auf Anfrage). Die Vierpunktaufhängung können Sie bei uns  satzweise zum Selbstkostenpreis erwerben, falls Sie bei Ihrem örtlichen Einrahmer diese Teile nicht erhalten:

Montageanleitung zur Vierpunktaufhängung

Die Montage der Vierpunktaufhängung erfordert genaues anzeichnen und bohren der Dübellöcher und exakte Messungen an Wand und Bild. Die Anleitung sollte genau befolgt werden. Hier können Sie die Montageanleitung zur Vierpunktaufhängung als .PDF-Dokument herunterladen (7 Seiten, 2,6 MB):

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14. Mai 2018

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