1798 80 120 "Le vingt-quatrième juni", Öl/Tempera a. Lnwd. 80 x 120 cm (verkauft)
1798 80 120 „Le vingt-quatrième juni“

„Der vierundzwanzigste Juni“
(Le vingt-quatrième juni)
WVZ 1798 aus 2009
Öl / Tempera a. Leinwand
80 x 120 cm
verkauft

Der Himmel am 24. Juni 2009, wie er sich mir darbot, an dem Ort, an dem ich damals lebte; die Sonne ist hinter hohen Schleierwolken verdeckt und spendet nur diffuses, weiches Licht, welches die Wolken zarter und farbiger und zugleich gegenständlicher zeigt; nicht nur als bloße, weiße, vergehende, unfassbahre Gebilde. Um dieses Bild zu malen brauchte ich alle Farben, die auch in meinen Landschaften enthalten sind, außer schwarz: wer die Grautöne in den Wolken untersucht wird bald feststellen, daß es farbige grau in den vielfältigsten Schattierungen sind; ein Grauton aus schwarz und weiß würde fleckig herausfallen.

Die nahe beieinander liegenden Farben in einem Himmel brachten mich an das Thema. Zwei Jahre lang versuchte ich, die jeweils zufällig an dem Tag vorhandenen Himmel festzuhalten, wenn ich ein neues Bild begonnen habe – ein schwieriges Unterfangen. Eine Landschaft mit einem Himmel zu versehen ist einfach. Der Himmel als alleiniges Motiv erfordert sehr viel Aufmerksamkeit bei der Komposition, wie die Maler sagen, also der Verteilung der scheinbaren Massen im Bild. Hinzu kommen die notwendige Größe – ein Himmelsbild unter einem Quadratmeter Bildfläche wirkt leicht kleinlich – und die mühevolle Suche nach den Tönen in einer schmalen Skala von komplementär zueinander stehenden Simultankontrasten. Die zarten Wolkenübergänge an den Rändern, wo die konvexen Wolkenformen sich nach hinten aus dem Blickfeld krümmen, und sich zugleich eine zarte Korona zum dahinterstehenden blau des Himmels zeigt, sind am besten in mageren Eitemperafarben zu bewältigen. Öllasuren wirken zu schwer. Ein Glänzen an der Bildoberfläche eines Himmelbildes verbietet sich von selbst.

Ein gutes Himmelsbild erfordert den gleichen Zeitaufwand wie ein Portrait.

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26. Juni 2019

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