Keilrahmen

Ich verwende für Bildformate von 70 x 90 bis zu 150 x 400 cm kammergetrocknetes, mehrfach verleimtes Fichten/Tannenholz  (aus nachhaltigem Anbau europäischer Waldwirtschaften), Restfeuchte < 15 %, Querschnitt 45 x 18 mm, ab Schenkellänge 80 cm mit Verstärkungskreuz, mit 8 bis 16 Hartholzkeilen. Die Leinwand ist mit offenem Außenfalz um die Ecke gelegt und rückseitig geheftet. Dadurch läßt sich der Keilrahmen bei Verzug oder bei der Einrahmung des Gemäldes leicht richten. Der Maltuchüberstand ist nicht beschnitten, um ein späteres Nachspannen der Leinwand mittels Maltuchspannzange zu ermöglichen (das ist mE die fachmännische Aufspannung). Der Profilquerschnitt des Keilrahmens ist mit 45 x 18 mm stabil, ab Schenkellänge 80 cm mit Verstärkungskreuz ausgestattet; 8  bis 16 (fachlich korrekt als „Tangentenkeile“ eingeschlagene) Hartholzkeile dienen der späteren Spannungsregulierung. Das Nachspannen von Gemälden sollte man dem Fachmann überlassen.

Malgrundträger

Als Malgrundträger verwende ich moderne Maltuche aus Kunstseide in Leinwandbindung bzw. hochwertig abgeleimtes Spezialpapier für Öl auf Papier. Die Leinwand sollte 32 Kettfäden/Zoll und 36 Schußfäden/Zoll aus 60 % hochreißfester, nicht hygroskopischer Polyesterfaser und maximal 40 % Baumwolle haben, um auf wechselnde Luftfeuchte nicht zu stark zu reagieren.

Malgrund

Akryl-Halbkreidegrund, Bindemittel Akrylharzdispersion mit 600 % Rißdehnung, Weißpigment Lithopone (BaSO4+ZnS, C.I. PW5), als Füllstoff Champagnerkreide. Titandioxid als Weißpigment kann zugemischt werden, aber nicht mehr als 40 % (bei 60 % Lithopone), um die Grundierung nicht zu rauh, zu griffig werden zu lassen.

Bindemittel

Als Bindemittel für Tuschen verwende ich Schellackseife, aus hellstem Schellack mit Borax verseift, in flächigem Aufstrich mit Akryldispersion K9 stabilisiert. Die Akryldispersion K9 von KREMER ist ein idealer Werkstoff und für viele Anwendungen brauchbar.
Mein Bindemittel für Tempera: Magere Eitempera ähnlich nach Prof. Max Doerner mit modernen Substitutionen, z. B. Alkydharz als ölige Phase. Magere OW-Emulsionen aus Hühnerei und Alkydharz (statt Leinölfirnis) als ölige Phase, dazu eine ammoniak- u. formaldehydfreie Reinakrylat-Dispersion, zum Beispiel die Dispersion K9, als wässrige Phase.
Malmittel für Tempera: Akryl-Wassergemisch, Verdünnte ammoniak- u. formaldehydfreie Reinakrylat-Dispersion, eingestellt als leimige Phase.
Bindemittel in der Deckmalschicht von Ölgemälden: Lackleinöl nach DIN EN ISO 150, entschleimt und gebleicht, bei reaktionsträgen Pigmenten sikkativiert mit bleifreier Kobaltsalzlösung (C6 – C19), teils Walnuß- und Sonnenblumenöl, sikkativiert1
Malmittel bei Ölgemälden: Magere Harz-Öl-Lösungen in Siedegrenzbenzin Shellsol T. Viskose Dammarharzlösung mit reinem, vergilbungsfreien Walnußöl, in Terpentinöl gelöst, dem „klassischen“ Bildaufbau folgend in den unteren Schichten magerer, in der Deckschicht etwas fetter eingestellt. Bein dünnen Farbaufträgen in reinerer Leinölfarbe (etwa Ölfarben von Oudt Hollandse) verdünne ich ausschließlich mit Shellsol T.

Farben

Nachbehandlung

Nachklebfreie Harzlösung in Shellsol A mit Wachsmattierung2 oder reiner Wachsauftrag, der sich durch Bürsten mit einer sauberen, weichen Bürste auf einen schönen Seidenglanz bringen lässt. Bei neueren Gemälden auch Akrylatdispersion, mattiert mit Bienenwachs oder Dammarlack. Dammarharz erster Qualität in Siedegrenzbenzin Shellsol A oder rektifiziertem Terpentinöl, Mattfirnis mit  Zugabe von Bienenwachs (DAB); auch verdünnte ammoniak- u. formaldehydfreie Reinakrylat-Dispersion, mit Ethylalkohol als Benetzungsmittel bei Öl- oder Öltempera-Gemälden. Dünnschichtig gearbeitete Ölgemälde aus mageren Farblasuren, bei denen die Leinwand teilweise freigestellt bleibt, lasse ich hingegen unbehandelt.


Farbpigmente, Bindemittel und Füllstoffe beziehe ich von KREMER. Es ist nicht das billigste, aber das fachlich qualifizierteste Haus.


1Bei thixotropen Ölfarben Zugabe von 2 % Bienenwachs und 5 % Aluminium-di/tri-stearat + Aluminiumhydroxid Al(OH)3
2Bei glänzend auftrocknenden Stellen wird mit Bienenwachs nachbehandelt.

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25. Mai 2018

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