‚Memento Mori‘ – Der Tod und der Junge
WVZ 1888 aus 2011
Tempera und Öl auf Leinwand 90 x 130 cm
(verkauft)

Das Gemälde zeigt einen jungen Besucher einer fiktiven Ausstellung bei Betrachtung einer Filmszene. Die Szene zeigt eine Vision des Schauspielers am Ende von Bergmans Film „Das siebente Siegel“. Ein Totentanz wird aufgeführt, nach dem die meisten Protagonisten in dem Film an der Pest gestorben sind. Das Standbild aus dem Film ist spiegelverkehrt dargestellt:

„weil der nach rechts abfallende Hügel so harmonischer mit der Figur zusammengeht“.

Das metaphysische Bild des im Mittelalter weitverbreiteten Totentanzes, von Bergman kongenial ins Werk gesetzt, ist eigentlich kein Inhalt für ein Gemälde der Gegenwart. Durch die Einfügung der Beobachterebene, mit der Figur des Jungen, dessen Handhaltung fragende Verunsicherung ausdrücken soll, ist der „metaphysischen Unsinn“ in den Schein-Sinn einer fiktiven Ausstellung verbracht und damit entschärft. In einer Dritten Ebene ist der Betrachter zu denken, der den „Betrachter beim betrachten des Bildes betrachtet“. Dieses philosophische Bild durchzieht die ganze „abendländische“ Erkenntnistheorie und hat ihre Wurzeln im Höhlengleichnis von Plato. Es kann unter diesem Gesichtspunkt auch eine ironische Note in diesem Bild gesehen werden:

„In dem ‚der Tod‘ nur auf den mittelaterlichen Bildern ‚vorhanden ist‘, – oder gar ‚existiert‘ – und Bergman diese Bilder in sein eigenes versetzt, in seinem Drehbuch meine ich, diese Szene dann von einem Schauspieler spielen lässt, der dabei gefilmt wird, aus welchem Film ein Standbild erzeugt wird, welches ich seitenverkehrt angewendet habe und so weiter – in dem allen sehe ich das witzige der scheinbaren ‚Bildbeweise‘, die uns heute überall entgegentreten und mit denen wir manipuliert werden. In diesem Bild ist nichts „wahr“, außer sein jetziges physisches ‚Vorhandensein‘. Ich glaube, daß wir sehr viele solcher Bilder in den Medien sehen, ohne uns dieses bewußt zu machen; wir sind einfach viel zu sehr an solche Manipulation gewöhnt.“

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5. Februar 2014

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