Unübertroffen klar:

Item es geziemt einem Moler, so ein Bild in seinen Gewalt gesetzt würd zu machen, dass er dasselb auf das Schonest mach, so er kann. Was aber die Schonheit sei, das weiß ich nit. Idoch will ich hie die Schonheit also für mich nehmen: Was zu den menschlichen Zeiten van dem meinsten Teil schön geachtt würd, des soll wir uns fleißen zu machen.

 

Keiner gelaub ihm selbs zu viel. Dann Viel merken mehr dann Einer. Wiewol das auch müglich ist, dass etwan Einer mehr versteht denn Ander hundert, so geschicht es doch selten. Der Nütz ist ein großer Teil der Schonheit. Dorum was unnütz ist am Menschen, das ist nit schön. Hüt dich vor Überfluss. Die Vergleichung Eins gegen dem Anderen, das ist schön. … Es ist auch im Ungleichen ein große Vergleichung … Item der Mangel an eim idlichen Ding ist ein Gebrech. Dorum zu viel und zu wenig verderben alle Ding.

Albrecht Dürer (1471 – 1528)

 

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25. Januar 2014

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